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Thelonious Monk:
Genius Of Modern Music

CD 1:
’Round About Midnight / Off Minor / Ruby My Dear / I Mean You / April In Paris / In Walked Bud / Thelonious / Epistrophy / Misterioso / Well You Needn’t / Introspection / Humph

CD 2:
Carolina Moon / Hornin’ In / Skippy / Let’s Cool One / Suburban Eyes / Evonce / Straight No Chaser /
Four In One / Nice Work / Monk’s Mood / Who Knows / Ask Me Now

Idrees Suliman (tp), Danny Quebec West (as), Billy Smith (ts), Thelonious Monk (p), Gene Ramey (b),
Art Blakey (dr) (CD 1 # 7, 12, CD 2 # 5, 6)
New York City, 15. Oktober 1947

Thelonious Monk (p), Gene Ramey (b), Art Blakey (dr) (CD 1 #2, 3, 5, 10, 11, CD 2 # 9)
New York City, 24. Oktober 1947

George Taitt (tp), Sahib Shihab (as), Thelonious Monk (p), Robert Paige (b), Art Blakey (dr)
(CD 1 # 1, 6, CD 2 # 10, 11)
New York City, 21. November 1947

Milt Jackson (vib), Thelonious Monk (p), John Simmons (b), Shadow Wilson (dr) (# 4, 8, 9)
New York City, 2. Juli 1948

Sahib Shihab (as), Milt Jackson (vib), Thelonious Monk (p), Al Mc Kibbon (b), Art Blakey (dr) (CD 2 # 7, 8, 12)
New York City, 23. Juli 1951

Kenny Dorham (tp), Lou Donaldson (as), Lucky Thomson (ts), Thelonious Monk (p), Nelson Boyd (b),
Max Roach (dr) (CD 2 # 4, 8, 9)
New York City, 30. Mai 1952

Im Jahr 1947 heiratete Thelonious Monk (1917-1982) seine langjährige Freundin und Nachbarin Nellie Smith. Es war eine der besten Entscheidungen, die der Pianist jemals traf, denn sie hielt ihm ein Leben lang durch ihre verschiedenen Jobs den Rücken frei. So musste er nie etwas anderes machen als die Musik. Im selben Jahr nahm ihn die Plattenfirma Blue Note unter Vertrag und begann, seine Stücke in verschiedenen Besetzungen aufzunehmen. Der Leiter der Firma hatte Monks Talent erkannt, aber kaum Vorstellungen, wie er es vermarkten könnte. Man kündigte ihn großspurig als “Hohepriester des Bebop” an, doch der Erfolg der als 78er-Scheiben veröffentlichten Studiosessions ließ zu wünschen übrig. Das lag vor allem an der Musik selbst und an der Art, wie Monk sie interpretierte. Denn bei ihm war vieles anders, auch wenn er bereits seit 1941 zur In-Clique der Bebop-Hipster um den Harlemer Club “Minton’s Playhouse” gehörte. Monk phrasierte, betonte, harmonisierte anders, legte Wert auf Pausen, Stops, Kontraste, Schichtungen und nicht auf instrumentale Höchstleistungen über bekannte Formen. Noch dazu ein schrulliger Typ mit eigenwilligem Humor, erschien er daher wie eine Figur von einem anderen Musikstern. Er war ein “Genius Of Modern Music”, wie Blue Note später die LP-Ausgaben der Aufnahmen zwischen 1947 und 1952 betitelte, doch einer, dessen Genie vor allem Musikerkollegen schätzten. Wenn er wie in Off Minor die Läufe scheinbar entlangholperte, in Thelonious so lange auf dem Bb herumritt, bis man es nicht mehr hören konnte, oder April In Paris harmonisch zerlegte, dann sahen die Kritiker nicht den Protest gegen die Einförmigkeit beboppiger Phrasierung, nicht die komplexen Harmonisierungen, die unterschiedliche Klangfarben ausprobierten, nicht den skurrilen Humor, mit dem Monk die Songform persiflierte, sondern nur einen Mann, der nicht Klavier spielen konnte. Dieses Vorurteil sollte an ihm ebenso lange kleben wie eben die Forderung, ein “Genius Of Modern Music” zu sein. Und Monk verweigerte sich diesem Anspruch genauso hartnäckig, wie er ihn mit seinen frühen Aufnahmen bereits einlöste.

 

Quelle: Dombrowski, Ralf. 2005. „Basis-Diskothek Jazz“.
Mit einem Nachwort von Manfred Scheffner.
Stuttgart: Reclam.
(Abdruck mit freundlicher Genehmigung)