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Noah Howard, Saxofonist, Komponist und einer der wichtigen Innovatoren der Improvisierten Musik, schrieb die letzten Worte von “music in my soul” wenige Tage vor seinem Tod. Er starb vollkommen unerwartet 67-jährig im September 2010. Zusammen mit Dr. Lieve Fransen, Noah Howards Frau, entschlossen wir – Renate Da Rin, Guy N. Fraser und Jorgo Schäfer – uns nach Durchsicht des Manuskripts, die Autobiographie zum Jahrestag des Musikers zu veröffentlichen.Noah schreibt über seine Kindheit in New Orleans, seine musikalische Entwicklung, die Zusammenarbeit mit Künstlern seiner Zeit, seine Stationen u.a. in Paris, Kairo, Delhi und Antwerpen, seine Freundschaft mit Albert Ayler und über die Liebe seines Lebens. Auf der Suche nach dem magischen Sound, “that embraces the world” ließ er sich von John Coltrane und Albert Ayler beeinflussen, entwickelte jedoch seinen ganz eigenen kraftvoll enigmatischen Stil. Und einen Sound, der unmittelbar an die Seele rührt.

148 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-00-034401-5

18 Euro

silent solos – improvisers speak präsentiert Texte von 50 hochkarätigen, international bekannten, hauptsächlich in Downtown New York aktiven Musikern der Avantgardeszene. Spirituelle Gedanken, sinnliche Begegnungen, Hommage und Gedenken an vergangene Helden, schlichte Predigten und markige Manifeste von Musikern, die eines gemeinsam haben: absolute Hingabe an das, was sie tun.silent solos präsentiert Texte von David Amram, Harrison Bankhead, Lewis Barnes, David Budbill, Katie Bull, Chris Chalfant, Jay Clayton, Leena Conquest, Cooper-Moore, Jayne Cortez, Connie Crothers, Marc Edwards, Bruce Eisenbeil, Avram Fefer, Floros Floridis, Joel Futterman, Charles Gayle, Alan Bernard Glover, Doug Hammond, Gunter Hampel, Jason Kao Hwang, Joseph Jarman, Terry Jenoure, Lee Konitz, Peter Kowald, Oliver Lake, Yusef Lateef, Jo?lle Léandre, Elliott Levin, David Liebman, Joe Maneri, Sabir Mateen, Nicole Mitchell, Ras Moshe, Roy Nathanson, Bern Nix, William Parker, Matana Roberts, Larry Roland, Matthew Shipp, Catherine Sikora, Warren Smith, Lisa Sokolov, Steve Swell, John Tchicai, Ijeoma Thomas, Oluyemi Thomas, Assif Tsahar, David S. Ware, Henry P. Warner und ein Vorwort von George E. Lewis.

Visuell begleitet werden die Texte von blueprint#1 des Wuppertaler Künstlers Jorgo Schäfer.

William Parker ist nicht nur einer der wichtigsten Komponisten und Bassisten in der
kreativen Musikwelt, er spielt eine ebenso prägende Rolle als Integrationsfigur der
jüngeren Avantgardejazzszene der USA, u.a. als Organisator des jährlich stattfinden-
den New Yorker Vision Festival. Das Jazzfestival ist der Nachfolger des Sound Unity
Festival, das er 1984 gemeinsam mit Peter Kowald ins Leben gerufen hatte.In den 70er Jahren war Parker vor allem erfolgreich mit seinem „Centering Music And
Dance Ensemble“ sowie dem „Aumie Orchestra“, gleichzeitig wurde er als Impro-
visator in Formationen um Cecil Taylor, Frank Lowe und Don Cherry hoch geschätzt.
In den Achtzigern spielte der Meister des Bass mit Bill Dixon, Peter Brötzmann,
David S. Ware und Matthew Shipp. 1993 gründete er das Quartett „In Order To Survive”
und 1994 das „Little Huey Creative Music Orchestra“. In den letzten Jahren liegt der
Hauptfokus seines musikalischen Wirkens auf der Arbeit mit dem „William Parker
Quartet“, dem Quintett „Raining On The Moon“ und – in Zusammenarbeit mit
Amiri Baraka – dem weit beachteten Projekt „The Inside Songs Of Curtis Mayfield“,
das Mayfields kompositorische Ideen weiterführt.„who owns music?“ versammelt William Parkers politische Gedanken, seine musiktheoretischen Aufsätze und seine Gedichte. Er schreibt als Musiker, als Lehrer,
als Sohn, als Vater, aber in erster Linie als Mensch, dem es wichtig ist, die
Welt in seinem Sinne mitzugestalten. Die Texte sind Statements und Traum zugleich,
wie viele seiner Improvisationen selbst.

Henry Grimes spielte in den 60ern mit den Giganten des Jazz: Miles Davis,
John Coltrane, Thelonius Monk, Sonny Rollins, Roy Haynes, McCoy Tyner, Don Cherry,
Albert Ayler, Cecil Taylor, Roswell Bud, Bill Dixon, Frank Wright. Bis er plötzlich spurlos
von der Szene verschwand. Um dreißig Jahre später wieder aufzutauchen: musikalisch
noch präsenter, intensiver und einfallsreicher als jemals zuvor.Seine Rückkehr in das Scheinwerferlicht der New Yorker Clubs war das Ereignis der
Jazzszene. „All about Jazz”/New York kürte ihn 2002 zum „Musiker des Jahres”. Und
das, nachdem in diversen Jazzmagazinen bereits Nachrufe auf ihn veröffentlicht worden
waren … Mittlerweile gibt er Konzerte in und um New York, tourt durch die USA, Kanada
und Westeuropa und arbeitet dabei – fast ausschließlich als Bandleader – mit zahl-
reichen bekannten Jazzmusikern der Neuzeit: Marshall Allen, Fred Anderson,
Roy Campbell Jr., Marilyn Crispell, Andrew Cyrille, Bill Dixon, Dave Douglas,
Hamid Drake, Charles Gayle, Edward „Kidd“ Jordan, Andrew Lamb, Joe Lovano,
Sabir Mateen, Bennie Maupin, Jemeel Moondoc, David Murray, William Parker,
Marc Ribot und vielen anderen. Zum Erstaunen und zur Freude alter und neuer Fans
ist Henry Grimes auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens – er spielt
gerade so, als habe er niemals damit aufgehört!In der Zeit seiner Abwesenheit hat der Meisterbassist zwei Jahrzehnte lang kein
Instrument angerührt. Stattdessen schrieb er – und ist dennoch jede Minute seines
Lebens Musiker geblieben.

Roy Nathanson – ehemaliges Mitglied der Lounge Lizards und Mitbegründer der Jazz Passengers, Komponist, Saxophonist und Storyteller – schreibt wie er komponiert: immer hautnah an dem, was um ihn herum passiert. Die U-Bahn Brooklyns und Manhattans ist perfekte Kulisse für Roy Nathansons Sicht der Dinge. Dort hat er die Gedichte auch geschrieben: während seiner Fahrten von Brooklyn/Flatbush nach Manhattan. Seine Worte sind Klänge, die er biegt und in die Länge zieht, verdreht und feststeckt, bis sie ihre Bedeutung aufgeben, bis sie zu Noten werden. Mit Judith Vollmers Worten: „Rails vibrate the street, window glass splinters a lover´s reverie, and these poems tune us into a thousand mysterious sounds, with heart and lyrical muscle.” Oder wie es Jeff Friedman beschreibt: „His is an ancient voice crying out in the wilderness, and his wilderness is the subway.”Seine Karriere begann Mitte der 70er-Jahre, als er mit Rhythm & Blues-Größen wie Shirley Alston von den Shirelles, mit der Band von Charles Earland, aber auch mit den Lounge Lizards spielte. 1987 gründete er zusammen mit Curtis Fowlkes die Jazz Passengers, die bislang acht CDs veröffentlicht und auf zahlreichen Tourneen gespielt haben. Ihr letztes Projekt: ein Soundtrack zum 3-D-Klassiker „Creature From the Black Lagoon” (1954). Während der letzten Jahre hat Roy mit Bill Ware an mehreren Filmen gearbeitet, darunter „Raising Victor Vargas”. Im Auftrag der Universität von Wisconsin komponierte Roy Nathanson „The Rock Concert: A Celebration of Deep Time“, das er mit den Jazz Passengers im Anschluss vor Ort aufführte. Geschrieben hat er aber nicht nur für seine Band, auch für Elvis Costello, Jeff Buckley, Deborah Harry, Jimmy Scott und viele andere Größen lieferte er Kompositionen. In Kooperation mit dem Keyboarder Anthony Coleman entstanden mehrere CDs. Seine erste Text/Musik-CD „Sotto Voce” wurde im Frühjahr 2006 bei AUM Fidelity Records herausgebracht. Unterstützt vom Chamber Music America wird Enja Records im Sommer 2009 die zweite CD von Sotto Voce veröffentlichen. Roys Werk, das Musik und Text so einzigartig in Bezug zueinander setzt, ist bei „The Next Big Thing” auf PRI erschienen. Gedichte von ihm wurden bereits in den Magazinen Natural Bridge, 5AM sowie Maggid abgedruckt und mit Anne Waldman, Gerald Stern und Jeff Friedman arbeitete er an verschiedenen Projekten. Seine kreative Arbeit wurde unter anderem mit mehreren Meet the Composer-Stipendien, zwei New York Foundation for the Arts-Kompositions­stipendien sowie einem Bessie and Joseph Jefferson Award gewürdigt. Er unterrichtet Kinder in Improvisation und Texten, sein Studium des Master of Fine Arts in Poesie absolvierte er am New England College, wo er später als Gastdozent selbst lehrte. subway moon ist sein erstes Gedichtband.